Marius Meyer – gebürtiger Pfälzer – wohnt in Hürth und arbeitet für ein Kölner IT Beratungsunternehmen. Seine Freizeit verbringt er oft draußen in der Natur, auch um neue Orte für kunstvolle Fotos zu entdecken.

„What i like about photographs is that they capture a moment that’s gone forever, impossible to reproduce.“ – Karl Lagerfeld

Meine erste digitale Kamera kaufte ich im Jahr 2000 – eine Sony DSC-S30. Ich betrieb mit dem Bruder meiner damaligen Freundin eine Homepage mit einem Eventkalender und nahm auf diesen Partys Portraits der Gäste auf. Die Bilder konnten sich die Leute am nächsten Tag dort ansehen und herunterladen. Das war damals etwas völlig Neues. So gut wie niemand besaß eine digitale Kamera und erst recht kein Handy, welches ein brauchbares Bild erzeugen konnte. Nach ein paar Monaten hatten wir tausende Bilder online gestellt und eine Menge täglich wiederkehrender Besucher auf unserer Homepage. Lokalzeitungen und Radiosender veröffentlichten Interviews von uns beiden, und bald schon hatten wir unsere ersten (kleinen) Werbeverträge mit lokalen Gaststätten und Klamottenläden. Dies war, ausgenommen einiger analoger „Gehversuche“ in meiner Jugend, mein erster Kontakt zur Fotografie.

Als ich 2001 meinen ersten Job in der professionellen Informatik annahm, hatte ich erst einmal keine Zeit mehr, mich auf Partys herumzutreiben oder unsere Homepage zu pflegen. Deshalb übergaben wir diese Aufgabe einem Bekannten, der natürlich nicht halb so engagiert ans Werk damit ging. Während in so an meiner beruflichen Laufbahn bastelte, merkte ich aber ganz schnell, dass etwas in meinem Leben fehlt: die Fotografie.

Ich begann damit, meine Kamera überall hin mitzunehmen, sei es zum Wandern, Klettern oder Mountainbiken und wieder Fotos zu machen. Der Umgang mit der Kamera verbesserte sich, je öfter ich sie bei meinen Aktivitäten benutzte. Schnell stellte ich fest, dass ich bedeutend mehr Spaß daran empfand, Landschaften, Städte und abstrakte Objekte zu fotografieren als Portraits. Sobald ein Mensch abgebildet werden soll, versage ich kläglich. 2010 begann ich mit dem Tauchen und ein Jahr später auch mit der Unterwasserfotografie. Seit 2017 fotografiere ich nur noch mit Vollformatkameras, was meiner Meinung nach auch nochmal einen Schub gab hinsichtlich der Bearbeitungsmöglichkeiten.

Mittlerweile ist jedes Stück aus meinem Foto-Equipment auf einem semiprofessionellen Level, und jedesmal, wenn ich ein schlechtes Foto mache, erinnere ich mich selbst daran: die Kamera ist nur das Werkzeug, das die Bilder aufnimmt. Der Fotograf bestimmt das Bild.

Sich mit Fotografie zu beschäftigen heißt auch, immer weiter zu lernen. Man wird niemals perfekt sein. Aber man kann seine Fähigkeiten stets trainieren und weiterentwickeln. Mit dem Tauchen ist das ganz ähnlich: mit der Übung steigen die Fähigkeiten. Und je weniger man dabei nachdenken muss, desto besser wird man. Dieser Prozess wird, genau wie in der Fotografie, niemals enden. Man durchlebt mit der Zeit verschiedene Phasen der Kreativität. Und man sollte sich niemals entmutigen lassen, denn Fotografie (und auch Tauchen) ist eine Leidenschaft.

Marius Meyer